Faktoren, die sich auf die Anleihekurse auswirken

Anleihen sind marktfähige Wertpapiere, die auf den Sekundärmärkten für die jeweiligen Anleihentypen gehandelt werden. Kommunale, Unternehmens-, Regierungs- und hypothekenbesicherte Wertpapiere werden auf ihren Märkten gehandelt, wobei die Anleihepreise von den Erwartungen der Käufer und Verkäufer auf diesen Märkten bestimmt werden. Der Verkauf von Anleihen ist eine Möglichkeit für die Anleiheemittenten, sich Geld zu leihen.

Zinsen

Eine Änderung der Marktzinssätze wirkt sich am unmittelbarsten auf die Änderung des Marktpreises einer Anleihe aus. Anleihen zahlen einen festen Zinssatz, der als Kuponsatz bezeichnet wird. Beispielsweise zahlt eine Anleihe mit einem Nennbetrag von 10.000 USD und einem Kupon von 6 Prozent einem Anleger jedes Jahr Zinsen in Höhe von 600 USD zuzüglich des Nennbetrags von 10.000 USD bei Fälligkeit der Anleihe. Wenn sich der Marktkurs für ähnliche Anleihen unterscheidet, wird der Marktkurs der Anleihe angepasst, um den Kurs an den Marktkurs anzupassen. In diesem Beispiel liegt der Marktpreis der Anleihe bei Zinssätzen über 6 Prozent unter 10.000 US-Dollar. Wenn die Zinssätze unter 6 Prozent liegen, wird die Anleihe zu einem höheren Preis gehandelt, um einem Anleger eine Marktrendite zu bieten. Steigende Zinsen führen zu fallenden Anleihekursen und sinkende Zinsen zu steigenden Anleihekursen.

Emittentenbonität

Anleihenemittenten, Regierungen und Unternehmen erhalten Ratings von den Ratingagenturen Moody's, Standard & Poors und Fitch Ratings. Die Ratings basieren auf Buchstaben, beginnend mit AAA als höchster Note, wobei je nach Agentur AA, A, BBB und einzelne C- oder D-Noten herabgesetzt werden. Wenn die Bonität eines Anleiheemittenten sinkt, muss er einen höheren Zinssatz zahlen, um Anleihen zu verkaufen und Geld zu leihen. Anleihen mit ähnlichen Ratings werden ähnliche Marktrenditen aufweisen und die Kurse von Anleihen mit ähnlichen Ratings werden sich zusammen bewegen. Anleihen mit unterschiedlichen Ratings können die Kurse ändern, andere hingegen nicht. Beispielsweise sind Hochzinsanleihen (Ratings unter BBB) wirtschaftssensitiver und die Kurse ändern sich mit einer sich verbessernden oder verlangsamenden Wirtschaft. Eine Ratingänderung für einen bestimmten Emittenten ändert die Anleihekurse des Emittenten. Eine bessere Bonität führt zu höheren Anleihekursen und eine schlechtere Bonität führt zu einem Wertverlust der Anleihen des Emittenten.

Vorauszahlungs- oder Anruffunktionen

Bestimmte Anleihebedingungen können dazu führen, dass der Kurs einer Anleihe unerwartet auf sich ändernde Zinssätze reagiert. Anleihen, die der Emittent dann vorzeitig kündigen kann, werden im Verhältnis zu fallenden Zinssätzen weniger stark ansteigen. Wenn die Zinssätze sinken, kann der Emittent die Anleihen kündigen und mehr zum niedrigeren Zinssatz emittieren. Anleihen mit einem unbefristeten Rückzahlungsplan wie Mortgage Backed Securities (MBS) werden bei Zinsänderungen unterschiedlich bewertet. Steigende Zinsen verlangsamen die Vorauszahlung von Hypotheken zur Absicherung eines MBS, was die erwartete Laufzeit der Anleihe erhöht und der Markt die Anleihe unterschiedlich bewertet. Sinkende Zinsen führen dazu, dass Hausbesitzer ihre Hypotheken refinanzieren, was die Laufzeit eines MBS verkürzt und den möglichen Preisgewinn aufgrund sinkender Zinsen verringert.